BettinaSchwind

Bettina Schwind

Land: Deutschland, Jahrgang: 1975
Aktuelle berufliche Tätigkeit: Wissenschaftlerin Swiss TPH

Unterstütztes Projekt: Women and Gynaecology in Evaluation

«Gynäkologinnen machen den Unterschied»

 

Bis in die 1970er Jahre übten fast ausschliesslich Männer das Fachgebiet Gynäkologie aus. Heute sind jedoch über die Hälfte der MedizinerInnen in diesem Berufsfeld Frauen. Studien zeigen, dass Gynäkologinnen in den Gesprächen stärker auf ihre Patientinnen eingehen als ihre männlichen Kollegen. An dieser Stelle setzte die von der R. Geigy-Stiftung geförderte Forschungsarbeit von Bettina Schwind an. Sie zeigte, dass sich Gynäkologinnen in ihrer Arbeitsweise und ihrem Berufsverständnis tatsächlich von Gynäkologen abheben. «Gynäkologinnen stehen den Patientinnen eher ganzheitlich beratend zur Seite», sagt die Wissenschaftlerin. Einen Teil der Unterschiede liesse sich durch die unterschiedlichen Berufsidentitäten von Frauen und Männern erklären. Ärztinnen empfanden den Umgang mit Patientinnen während ihrer medizinischen Ausbildung an den Spitälern als unzulänglich. Sie entschieden sich bewusst für den Facharzttitel, um die gynäkologische Versorgung von Frauen zu verbessern. Männer hingegen kamen eher über ihre technisch-diagnostischen Spezialisierungen zur Gynäkologie. Für ihre Forschungsarbeit interviewte Bettina Schwind zahlreiche GynäkologInnen sowie Patientinnen und nahm an über 30 Konsultationen in ambulanten, gynäkologischen Praxen in der Region Basel teil.