Henry Frempong Owusu

Henry Frempong Owusu

Land: Ghana, Jahrgang: 1981
Doktorand am  Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH)
Forschungsbereich: Epidemiologie, Vektorkontrolle

Unterstütztes Projekt: “Improving Experimental Procedures for Vector Control and Product Development”

«Der Kampf gegen Mücken dauert nun schon seit Jahrzehnten. Doch noch immer sind viele Fragen offen»

Eigentlich hätte er Arzt werden wollen, wie seine Eltern. Doch nun sitzt Henry Owusu in einem Labor im Keller des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH), saugt Mücken in ein Rohr und bläst sie sachte in einen Käfig. «Die Suche nach einfachen Antworten auf grundlegende Probleme fasziniert mich», sagt Owusu. Zum Beispiel wie man die Resistenz-Entwicklung von Mücken gegenüber Insektiziden messen kann – das Thema seiner von der R. Geigy-Stiftung finanzierten Dissertation. Die gängigen Messverfahren haben alle ein Problem: sie messen nämlich nicht dasselbe. Im «Zylindertest» der WHO sehen sich die Mücken in einem Behälter für eine Stunde einem Insektizid ausgesetzt. Nach dieser Rosskur werden sie 24 Stunden überwacht. Am Schluss werden die Toten gezählt. Ganz anders funktioniert der «Flaschentest». Hier setzt man die Tiere während zwei Stunden einem Insektizid aus und registriert, wie viele Moskitos benommen von der Flaschenwand stürzen (so genannte knock downs). «Es ist erstaunlich», wundert sich der Wissenschaftler, «aber die Testverfahren liefern in der gleichen Mückenpopulation nicht die gleichen Resultate». Während der eine Test Mortalität misst, so misst der andere lediglich die knock-downs. Angesichts des zunehmenden Resistenz-Problems, vor allem für die malariaverseuchten Länder Afrikas und Asiens, sind diese methodischen Unstimmigkeiten fatal. Owusu hofft denn auch mit seiner Forschung die Entscheidungsträger bei der WHO dazu zu bringen, einheitliche Messverfahren einzuführen. „Ich liefere also einige grundlegende Informationen, die die WHO schon selbst hätte erheben müssen, um zu einheitlichen Messverfahren zu gelangen - hoffentlich kommen diese Botschaften nun bei der WHO an".