Nicole

Nicole Leonie Bertschi

Land: Schweiz, Jahrgang: 1987
Aktuelle berufliche Tätigkeit: Forschende am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH)
Forschungsbereich: Gene Regulation

Unterstütztes Projekt: “Functional exploration of regulators of virulence gene expression in Plasmodium falciparum

«In der Malariaforschung gibt es noch vieles zu entdecken»

Auch nach Jahren intensiver Laborforschung hat Nicole Bertschi das Staunen nicht verlernt. Sie staunt über die Vielseitigkeit des Malariaparasiten, Plasmodium falciparum, der in vielen Ländern Afrikas und Asiens grosses Unheil anrichtet. In ihrer Doktorarbeit am Schweizerischen Tropen-und Public Health-Institut beschäftigt sie sich mit einer zentralen Frage: Wie überlebt der Malariaparasit eigentlich im Menschen? Dazu untersucht sie das Blutstadium des Parasiten, jenes Stadium, das für die typischen Krankheitssymptome wie z. B. Fieber und Anämie verantwortlich ist, und bis zum Tod führen kann. In den menschlichen roten Blutzellen erweist sich der Parasit als ein Verwandlungskünstler. Er kann seine Gestalt so verändern, dass er vom Immunsystem nicht mehr erkannt und beseitig wird. Dabei greift er auf ein Arsenal von 60 verschiedenen sogenannten PfEMP1-Proteinen zurück. «Es wird nur jeweils 1 einzelnes PfEMP1 Protein aktiviert - durch das Umschalten auf ein anderes PfEMP1 Protein, kann der Parasit das Immunsystem austricksen», sagt Bertschi.


Während ihrer Arbeit untersuchte die Wissenschaftlerin ein Protein und entdeckte, dass dieses eine zentrale Rolle in der Regulierung dieser PfEMP1 Proteinen spielt. Manipuliert man dieses, dann gerät die Verwandlungskunst des Parasiten ausser Kontrolle. Alle 60 Proteine werden gleichzeitig aktiviert und nicht mehr jedes einzeln. Der Parasit könnte somit vom Immunsystem leichter erkannt und erfolgreich bekämpft werden. Diese neuen Erkenntnisse könnten einen vielversprechenden Ansatz in der Entwicklung eines neuen Impfstoffs gegen die Krankheit darstellen.